Was ist Scrum?

Scrum (englisch für “das Gedränge”) beschreibt ein agiles Vorgehensmodell des Projekt- und Produktmanagements. Die Bezeichnung – eine Analogie zum Rugby – geht auf die beiden japanischen Ökonomen Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi zurück, die damit die Arbeitsweise außergewöhnlich erfolgreicher Produktentwicklungsteams bei Toyota beschrieben. Diese Teams arbeiteten als kleine, selbst-organisierte Einheiten und bekamen vom Management nur eine Richtung vorgegeben, bestimmten aber selbst die Taktik, wie sie ihr gemeinsames Ziel erreichen wollten. 

Davon inspiriert, entwickelten die beiden US-amerikanischen Software-Entwickler Jeff Sutherland und Ken Schwaber ein Scrum-Konzept. Die Devise: “Doppelt so viel schaffen – in der halben Zeit”. Im Fokus eines jeden Scrums steht die schnelle und kostengünstige Entwicklung hochwertiger Produkte entsprechend einer formulierten Vision. Dafür werden in kurzen Sprints Teilprodukte fertiggestellt. Im Anschluss an den Zyklus werden Produkt, Anforderungen und Vorgehen überprüft und im nächsten Sprint weiterentwickelt. Als iteratives Vorgehensmodell beschreibt Scrum also keine klassischen Projektphasen, sondern legt vielmehr von Beginn an Wert auf laufend verwertbare Ergebnisse.

Der Scrum besteht basierend auf drei Prinzipien aus drei Personenvier Meetings (Sprint) und sechs Ergebnissen.

Die Vorteile von Scrum

Flexibilität

Scrum ermöglicht es, zeitnah neue Technologien einbinden und auf Veränderungen im Projekt weitgehend verzögerungsfrei reagieren zu können. Dies führt zu gesteigerter Flexibilität, da neue Anforderungen kontinuierlich eingebracht werden können. Die Auswirkung der Umsetzung von Change Requests wird unmittelbar transparent. Scrum verbindet damit eine positive Veränderungskultur und verbesserte Serviceorientierung.

Innovationsfähigkeit

Scrum integriert Produktionsprozess und empirischen Lernprozess, wobei mehrere Ebenen von Feedback-Zyklen innerhalb des Projektteams und mit der Projektumgebung verbunden werden. Die Identifikation und Priorisierung von Verbesserungsmöglichkeiten sind Prozessbestandteil. Etwaige Innovationspotenziale können so sicher erkannt und direkt umgesetzt werden.

Leistungsqualität

Scrum-Coaching bietet situationsgerechte Lösungen, die sich in vergleichbaren Projekten bewährt haben. Entwicklungspraktiken wie z.B. Continuous Integration, Test Driven Development oder Pair Programming stellen eine hohe Produktqualität und eine stete gegenseitige Kontrolle der Entwickler sicher. Scrum bietet so den Rahmen für eine kontinuierliche und organische Verbesserung der Leistungsqualität.

Proaktive Kommunikation

Informationen zum Projektfortschritt stehen grundsätzlich jedem Projektbeteiligten offen. Nach jedem Sprint werden Abschlusspräsentationen und Planungsmeetings mit allen Projektbeteiligten durchgeführt. Damit wird zu jedem Zeitpunkt die höchstmögliche Transparenz über den Projektfortschritt erreicht. Scrum bietet so entscheidende Rahmenbedingungen für eine hohe Selbstregulierung des Projektteams.

Planung

Speziell bei großen Softwareprojekten besteht die Herausforderung in der Einpassung von agilen Vorgehensweisen in bestehende klassische Umgebungen. Dies gelingt bei der Integration in ein V-Modell XT oder vergleichbares PM-Framework durch Tailoring und vor allem durch klare Definitionen zu Systemgrenzen und –schnittstellen. Das Resultat ist eine hohe Tranzparenz und Klarheit im Projekt.

Motivation und Erfolg

Die Durchführung von Projekten in agilen Vorgehensweisen erhöht die Zufriedenheit von Kunden und Projektmitarbeitern. Die Transparenz, die explizite Festlegung von erreichbaren Zwischenzielen und die Übergabe von Verantwortung an die Projektmitarbeiter führen zu erhöhter Identifikation mit dem Projekt. Die teamzentrierte Arbeit und der direkte Kontakt zu Kunden werden zu wesentlichen Motivationsfaktoren.

SCRUM-Theorie

Die Drei Prinzipien

Der Scrum beginnt mit einer kreativen Zielanalyse mit Ideen- und Stakeholdermanagement unter Nutzung vorhandener Prototypen.

Das vereinbarte Sprint-Ziel und Sprint-Ende werden nichtverändert. Dies ermöglicht dem Team, für einen bestimmten Zeitraum ungestört zu arbeiten.

Sprints haben eine konstante, vom Team und Product Owner festgelegte Dauer (ein bis vier Wochen). Sie folgen direkt aufeinander mit einem Tempo, das langfristig durchgehalten werden kann.

Die drei Personen

Das Scrum Framework besteht immer aus drei Rollen: einem Product Owner, einem Scrum Master und einem Entwicklungsteam. Alle drei Akteure zusammen ergeben das Scrum Team.

Akkordeon Inhalt

Der Product Owner definiert, priorisiert und erläutert die zu entwickelnden Eigenschaften des Produkts und ist für dessen wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich. Sein Handeln ist nutzenorientiert. Ihm allein obliegt die Entscheidung über das Produkt, seine Eigenschaften und die Reihenfolge der Implementierung. Die Produkteigenschaften werden im Product Backlog festgehalten.

Der Scrum Master ist eine dienende Führungskraft und dafür verantwortlich, dass der Scrum funktioniert. Er arbeitet mit dem Entwicklungsteam zusammen, entwickelt aber nicht selbst mit. Er legt die Scrum-Regeln fest, überprüft diese und kümmert sich um die Beseitigung von Störungen wie beispielsweise schlechte Kommunikation und Zusammenarbeit, persönliche Konflikte oder Störungen zwischen Product Owner und Entwicklungsteam.

Das Entwicklungsteam ist sozusagen das ausführende Organ und für die Lieferung der Produktfunktionalitäten verantwortlich, welche der Product Owner vorgibt. Es muss eigenständig dafür sorgen, dass die vereinbarten Qualitätsstandards eingehalten werden. Das Entwicklungsteam organisiert sich selbst. Es lässt sich von niemandem, auch nicht vom Scrum Master, vorschreiben, wie es Backlogeinträge umzusetzen hat. Ein Entwicklungsteam besteht aus mindestens drei, höchstens jedoch aus neun Mitgliedern.

Die vier Meetings

Jeder Sprint besteht aus vier Ereignissen: dem Sprint Planning, dem Daily Scrum, dem Sprint Review und der Sprint Retrospective

Akkordeon Inhalt

Im ersten Schritt des Sprints werden ganz grundsätzlich zwei Fragen beantwortet: Was kann im kommenden Sprint entwickelt werden? Und wie wird die Arbeit im kommenden Sprint erledigt? Dieses Ereignis kann gesplittet werden aber sollte pro Woche nicht länger als zwei Stunden beanspruchen – bei einem vierwöchigen Sprint wären das also maximal acht Stunden.

Das Entwicklerteam trifft sich zu Beginn des Arbeitstages für einen 15-minütigen Daily Scrum, bei dem auch Product Owner und Scrum Master anwesend sind. Dieses Treffen dient dem Informationsaustausch. Es soll allen Anwesenden einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeit vermitteln – Probleme werden in diesem Schritt nicht gelöst. Hier kann zum Beispiel deutlich werden, dass eine Aufgabe länger als gedacht gedauert hat, was zur Folge hätte, dass dieser Task in kleinere Tasks aufgeteilt werden würde.

Im Review überprüft das Team das Feature (also die Summe aller Product-Backlog-Einträge, die während des aktuellen und allen vorangegangenen Sprints fertiggestellt wurden), um das Product Backlog bei Bedarf anzupassen. Die Ergebnisse werden präsentiert und es wird überprüft, ob das zu Beginn gesteckte Ziel erreicht wurde. Das Scrum Team und die Stakeholder besprechen die Ergebnisse und die nächsten Schritte. Der Sprint Review dauert maximal eine Stunde pro Woche.

Die Retrospective markiert das Ende eines Sprints. Das gesamte Scrum Team evaluiert seine bisherige Arbeitsweise, um sie in Zukunft effizienter und effektiver zu machen. Der Scrum Master steuert im Idealfall gute Praktiken und Verbesserungen bei, die im nächsten Sprint umgesetzt werden. Kritik und unangenehme Wahrheiten – einschließlich Gefühlen und Empfindungen – müssen offen geäußert werden können. Aus diesem Grund sollen der Product Owner sowie alle weiteren Stakeholder nur auf Einladung teilnehmen dürfen. Die Sprint-Retrospective dauert maximal 45 Minuten je Sprint-Woche.

Die sechs Ergebnisse

feature-04

Feature

Das Ergebnis eines Sprints ist die fertige Realisierung der vereinbarten Features, die für den Rollout fertig sind (getestet mit Dokumentation).

taskboard-04

Taskboard

Im Taskboard werden alle Aufgaben für einen Sprint gelistet und wandern von „To Do“ über „In Process“ zu „Done“ (Graphisch visualisiert).

loss

Burn-Down-Chart (BDC)

Das Burndown Chart zeigt die Menge der offenen Aufgaben in dem aktuellen Sprint (Graphische Darstellung, tägliche Aktualisierung).

productbacklog-05

Product Backlog (PBL)

Das PBL ist eine priorisierte, bewertete und beschätzte Liste der für das Produkt notwendigen Features. Es wird kontinuierlich angepasst.

sprintbacklog-04

Sprint Backlog (SBL)

Das SBL ist eine Liste ausgewählter Features zur Beschreibung des zwischen Team und PO vereinbarten Entwicklungsziels des Sprints.

IBL-05

Impediment Backlog (IBL)

Das IBL listet die Hindernisse im Team und in der Organisation. Das Team priorisiert das IBL, der Scrum-Master pflegt die Liste.

Das Scrum-Plakat

PLAKAT ZUM DOWNLOAD

Din A1

Das vollständige Plakat mit allen drei Schalen. Von dieser Version gibt es natürlich auch wieder gedruckte Exemplare im Format DIN A1. Diese Plakate können Sie gedruckt auf DIN A1  ganz einfach und formlos bei uns bestellen.

Din A2

Schale 1 mit dem Scrum-Prozess alleine. Sie passt bequem auf eine DIN A4-Seite bzw. eine einzelne (Powerpoint-) Folie. Sie eignet sich z.B. für Vorträge zum Thema Scrum.

Din A4

Schale 1+2 zusammen. Diese Version enthält bereits eine vollständige Beschreibung von Scrum. Wir haben sie auf eine Größe von DIN A2 (entspricht 4 DIN A4-Seiten) entworfen. Allerdings kann man auch bei einem Ausdruck auf A3 alles noch recht gut erkennen. Da es in vielen Firmen Drucker gibt, die A3 drucken können, freut uns diese Möglichkeit besonders.

Din B8

Von vielen Personen kam die Anregung, eine handlichere Fassung zu entwickeln, die man immer dabei haben kann. Dies ist natürlich nicht ganz einfach. Wir hatten nun jedoch die Idee, Schale 1+2 auf Spielkarten aufzuteilen und daraus einen Kartensatz zu entwickeln. Mithilfe eines Bauplans kann man die Karten dann wieder zu einem fertigen “Plakat” zusammensetzen. In Kürze wird es ihn vielleicht auch in einer gedruckten Version geben – aktuell sind wir noch auf der Suche nach einer guten und günstigen Möglichkeit, den Kartensatz drucken zu lassen.

Nachdem unser > SCRUM-Plakat so großen Anklang gefunden hat, haben wir uns entschieden auch ein Plakat zu KANBAN in IT-Prozessen zu machen. Das Plakat steht als Download zur Verfügung oder kann bei uns als Poster kostenlos > bestellt werden.

Das KANBAN-Plakat zum Download >>> DIN A1

Über Anregungen freuen wir uns jederzeit!

>>> KOSTENLOS <<<

Gerne versenden wir ein Poster an alle Interessenten.
Bitte das Kontaktformular ausfüllen und schon ist das 
KANBAN-Poster unterwegs.

Format: DIN A1

PLAKAT ALS POSTER