Viele Projekte leiden unter unklaren Entscheidungswegen, missverständlich formulierten und priorisierten Anforderungen oder fehlender Transparenz des Projektfortschrittes. Agile Vorgehens-weisen, insbesondere die im Scrum-Modell beschriebenen Mechanismen und Rollen, sind geeignet grundlegende Verbesserung zu erreichen. Die Motivation, Identifikation und Effizienz der Projektmitarbeiter steigert sich.
Damit kann Scrum ein wesentliches Instrument zur nachhaltigen Qualitätssteigerung im Projekt sein. Als iteratives Vorgehensmodell beschreibt Scrum keine klassischen Projektphasen, sondern legt vielmehr von Beginn an Wert auf laufend verwertbare Ergebnisse.
Kleine Entwicklungs-
teams und große Projekte
> PRINZIPIEN

Start
Kreative Zielanalyse mit Ideen- und Stakeholdermanagement unter Nutzung vorhandener Prototypen etc.

No Changes
Vereinbartes Sprint-Ziel und Sprint-Ende werden nichtverändert. Dies ermöglicht dem Team, für einen bestimmten Zeitraum ungestört zu arbeiten.

Sprint
Sprints haben eine konstante, vom Team und PO festgelegte Dauer (1 - 4 Wochen). Sie folgen direkt aufeinander mit einem Tempo, das langfristig durchgehalten werden kann.

> MEETINGS

Sprint Planning Meeting 1
Für den nächsten Sprint werden die wichtigsten Features aus dem Product Backlog gemeinsam mit dem Product Owner ausgewählt und im Detail festgelegt.

Sprint Planning Meeting 2
Einträge des Sprint Backlogs werden gesplittet (Aufwand max. 1 Tag), Sprint-Ziel, - Backlog und Termine für Sprint Review werden festgelegt - Abnahme Product Owner.

Sprint Retrospective
Erfahrungen des letzten Sprints für Verbesserungen:
Drei Fragen: Was ist gut gelaufen? Was kann verbessert werden? Wer ist dafür verantwortlich?

Sprint Review
Präsentation und Abnahme der Product-Backlog-Einträge. Überprüfung des Sprint-Zieles und Präsentation in einer echten Umgebung, Feedback der Beteiligten.

Daily Scrum Meeting
Täglich, stehend vor dem Taskboard, immer < 15 min. Was habe ich seit gestern erledigt? Was mache ich bis
morgen? Was behindert mich / hat mich behindert?

> PERSONEN

Scrum-Team
Optimale Größe: 7 +/-2 Mitglieder; Interdisziplinär besetzt; Alle Fähigkeiten für Entwicklung vorhanden.
Das Team agiert als aktiver Berater des PO.

Scrum-Master
Coach für die Anwendung von Scrum, löst organisatorische Hindernisse, schützt vor störenden Einflüssen und arbeitet mit dem Product Owner.

Product Owner (PO)

Der Product Owner gibt die Vision vor und entscheidet über die Features im Product Backlog.
Er vertritt alle Interessengruppen außerhalb des Projektteams.

> ERGEBNISSE

Product Backlog (PBL)
Eine priorisierte, bewertete und beschätzte Liste der für das Produkt notwendigen Features. Der PBL lebt und wird kontinuierlich angepasst.

Sprint Backlog
Eine Liste ausgewählter Features zur Beschreibung des zwischen Team und PO vereinbarten Entwicklungsziels
des Sprints.

Burn Down Chart (BDC)
Das Burndown Chart zeigt die Menge der offenen Aufgaben in dem aktuellen Sprint (Graphische Darstellung, tägliche Aktualisierung).

Feature
Das Ergebnis eines Sprints ist die fertige Realisierung der vereinbarten Features, die für den Rollout fertig sind (getestet mit Dokumentation).

Impediment Backlog (IBL)
Das Impediment Backlog listet die Hindernisse im Team und in der Organisation. Das Team priorisiert das IBL, das vom Scrum-Master gepflegt wird.

Taskboard
Im Taskboard werden alle Aufgaben für einen Sprint gelistet und wandern von „To Do“ über „In Process“ zu „Done“ (Graphisch visualisiert).

Das Potential von SCRUM

Flexibilität und Serviceorientierung
Scrum ermöglicht es, zeitnah neue Technologien einbinden und auf Veränderungen im Projekt weitgehend verzögerungsfrei reagieren zu können. Dies führt zu gesteigerter Flexibilität, da neue Anforderungen kontinuierlich eingebracht werden können. Die Auswirkung der Umsetzung von Change Requests wird unmittelbar transparent. Scrum verbindet damit eine positive Veränderungskultur und verbesserte Serviceorientierung.

Leistungsqualität
Scrum-Coaching bietet situationsgerechte Lösungen, die sich in vergleichbaren Projekten bewährt haben. Entwicklungspraktiken wie z.B. Continuous Integration, Test Driven Development oder Pair Programming stellen eine hohe Produktqualität und eine stete gegenseitige Kontrolle der Entwickler sicher. Scrum bietet so den Rahmen für eine kontinuierliche und organische Verbesserung der Leistungsqualität.

Planung
Speziell bei großen Softwareprojekten besteht die Herausforderung in der Einpassung von agilen Vorgehensweisen in bestehende klassische Umgebungen. Wie kann Controlling, Reporting, QM oder Releaseplanung gewährleistet werden? Dies gelingt bei der Integration in ein V-Modell XT oder vergleichbares PM-Framework durch Tailoring und vor allem durch klare Definitionen zu Systemgrenzen und –schnittstellen. Das Resultat ist eine hohe Tranzparenz und Klarheit im Projekt. Themen wie Skalierbarkeit von Scrum-Teams, Budget für agile Entwicklung und Kalkulation der Entwicklungszeit können gezielt geplant werden.

Innovationsfähigkeit
Scrum integriert Produktionsprozess und empirischen Lernprozess, wobei mehrere Ebenen von Feedback- Zyklen innerhalb des Projektteams und mit der Projektumgebung verbunden werden. Die Identifikation und Priorisierung von Verbesserungsmöglichkeiten sind Prozessbestandteil. Etwaige Innovationspotenziale können so sicher erkannt und direkt umgesetzt werden.

Proaktive, offene Kommunikation
Informationen zum Projektfortschritt stehen grundsätzlich jedem Projektbeteiligten offen. Nach jedem Sprint werden Abschlusspräsentationen und Planungsmeetings mit allen Projektbeteiligten durchgeführt. Damit wird zu jedem Zeitpunkt die höchstmögliche Transparenz über den Projektfortschritt erreicht. Scrum bietet so entscheidende Rahmenbedingungen für eine hohe Selbstregulierung des Projektteams.

Motivation und Erfolg
Die Durchführung von Projekten in agilen Vorgehensweisen trägt zu einer deutlichen Steigerung der Zufriedenheit der Kunden und der Projektmitarbeiter bei. Die Transparenz, die explizite Festlegung von kurzfristig erreichbaren Zwischenzielen und die Übergabe von Verantwortung an die Projektmitarbeiter führen zu erhöhter Identifikation mit dem Projekt. Die fokussierte und teamzentrierte Arbeit und der direkte Kontakt zu Kunden und Anwendern werden zu wesentlichen Motivationsfaktoren bei den Projektmitarbeitern. Im Ergebnis ist eine gesteigerte Zielorientierung und messbar besserer Ergebnissqualität erreichbar.

Der Einsatz von SCRUM

Die große Chance beim dynamisch-agilen Vorgehen besteht in in einer hoch-
qualitativen kontinuierlichen Entwicklung von Verfahren bei gleichzeitiger Flexibilität in der Planung. So sind jederzeit greifbare Ergebnisse zur Hand und Veränderungen können schnell vorgenommen werden, um das Produkt an Markt-veränderungen anzupassen.
Dazu steht das Scrum-Team in beständigem Dialog mit dem Kunden.